„Wenn ich frei habe, lasse ich mein Handy bewusst zu Hause“ – Kathleen Lindner, Coach bei OFFLINES

Kathleen Lindner ist Medienbildnerin und angehende Psychologin. Sie besitzt fundierte Erfahrung auf den Gebieten Datenschutz und Cybermobbing. In lebendigen und spielerischen Workshops vermittelt sie Präventionsansätze und Methoden für den aufgeklärten Umgang mit den eigenen Daten im Netz.

Im OFFLINES-Interview erklärt sie, warum der Schutz der persönlichen Daten im Internet so wichtig ist und welche Regeln sie persönlich anwendet für einen entspannten Umgang mit dem Internet.

Kathleen Lindner

Was ist der häufigste Fehler den Menschen im Internet machen bezüglich der eigenen Sicherheit?
Die Leute versäumen es oft, die AGBs und die Datenschutzerklärungen der besuchten Seite zu prüfen, oder nehmen sich schlicht nicht die Zeit dazu. Oder mit der Einstellung „Ich habe sowieso nichts zu verbergen“ herangehen. Oftmals stimmt man auch zum Beispiel dem Zugriff aufs Telefonbuch beim Herunterladen von Apps zu, ohne dass man es merkt, nur weil so schnell wie möglich die gewünschte App her soll. Das ist natürlich nicht sehr langfristig gedacht und wird in Zeiten der Profilbildung teuer. Online gilt nicht mehr „gleiche Ware, gleicher Preis“. Der Preis einer Ware bildet sich aus den Daten, die man als Bürger hinterlässt.

Viele Kids nutzen ihre Devices ganz selbstverständlich von klein auf. Wie fit sind sie deiner Erfahrung nach, was die Themen Datenschutz etc. angeht?
Datenschutz ist für Kids auf den ersten Blick eher ein trockenes Thema. Es kommt vor allem darauf an, wie Lehrer und Eltern es schaffen, das Thema zu erklären. Das sollte möglichst griffig und spielerisch laufen. Wie ich das in meinen Workshops mitbekomme, sind schon ein paar wichtige Grundlagen vorhanden. Aber vieles auch nicht: zum Beispiel das Bewusstsein über eigene Datenspuren, die man im Netz hinterlässt. Viele Kinder achten auch nicht darauf, was in Datenschutzerklärungen steht – das erscheint ihnen oft zu mühselig. Hier sind ganz klar die Erziehungsberechtigten als Begleiter gefragt. Aber auch Kinder sollten sich trauen, lieber einmal mehr nachzufragen, wenn Unsicherheit über die Umgangsweise mit den Herausforderungen einer vernetzten Welt und den Schutz der eigenen Daten besteht.

Hast du selbst Menschen im Bekanntenkreis, die Opfer von Cybermobbing oder Datenklau geworden sind?
Zum Glück ist in meinem Bekanntenkreis noch kein Opfer von Cybermobbing geworden. Bei Datenklau sieht das schon wieder anders aus: Eine Bekannte hat einmal vor längerer Zeit das Kleingedruckte nach Bekanntgabe ihrer Daten nicht richtig gelesen und schon ist ihr ein Brief über Kosten ins Haus geflattert.

Benutzt du selbst WhatsApp oder ähnliche Messenger-Dienste und kannst du verstehen, was die Faszination daran für Kinder und Jugendliche ausmacht?

WhatsApp – kostenloses, multimediales und schnelles Kommunizieren mit Freunden in Echtzeit, davon geht eine starke Faszination aus. WhatsApp ist auch als Ersatz der Face to Face-Kommunikation zu sehen, weil es im heutigen (Schul-)Alltag gefühlt immer schwieriger wird, sich persönlich zu treffen und auszutauschen – mit WhatsApp fühlen sich, glaube ich, viele Menschen weniger allein. Dabei gibt es doch eigentlich genügend Offline-Aktivitäten die Spaß machen.

Ich selbst nutze WhatsApp ebenfalls, weil viele meiner Freunde dort sind und vor allem auch, um bei meiner Arbeit in Medienbildungsprojekten „up to date“ zu bleiben. Man darf jedoch nie vergessen, dass dieser Messenger kein privater Raum ist. Empfehlenswerte Alternativen sind zum Beispiel Messenger, die mit einer Verschlüsselung arbeiten wie zum Beispiel Threema oder Telegram.

Hast du Regeln oder bestimmte Verhaltensweisen mit dem Smartphone oder PC in deinen Alltag integriert, um einen gesunden Umgang mit den Devices zu gewährleisten? Und wenn ja, welche?
1. Regel: Wenn ich frei habe und rausgehe, lasse ich mein Handy oft bewusst zu Hause – meine Offline-Zeit.
2. Regel: Push-Benachrichtigung von sämtlichen sozialen Netzwerken habe ich auf meinen Geräten deaktiviert, um nicht abgelenkt zu werden.
3. Regel: Ich konzentriere mich auf eine Aufgabe und lasse mich nicht alle fünf Minuten von Facebook etc. ablenken. Wer das nicht von allein kann, kann Extensions/Add-Ons wie „StayFocusd“ oder „LeechBlock“ ausprobieren, die den Zugriff auf definierte Seiten limitieren.
4. Regel: Wenn ich lange U-Bahnfahrten vor mir habe, greife ich zum Buch oder zur Zeitschrift und nicht zum Handy, außer wenn ich mit schöner Musik meditieren will.

Welchen Service oder Hilfe im alltäglichen Leben, die ein Smartphone mit sich bringt, möchtest du nie wieder missen?
Restaurant-Tipps in meiner Nähe abrufen zu können oder das Navigationssystem. Obwohl ich mich auch gerne treiben lasse und mit den eigenen Augen entdecken will.

Was machst du am liebsten offline?
Fahrrad fahren, Keyboard spielen, kulturelles Erleben mit Partner und Freunden, Lesen, im Wald spazieren gehen oder Pilze sammeln, Schreiben und Malen, Meditieren, Yoga oder Hamambad.

Foto: Maximiliane Wittek

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„Möglichst wenig nachdenken, einfach machen!“ – Aron Usener, Coach bei OFFLINES

Wer sind eigentlich die ganzen Köpfe hinter OFFLINES? An dieser Stelle möchten wir euch zukünftig regelmäßig Leute aus unserem großartigen Team vorstellen. Den Anfang macht Aron Usener. Der Sozialpädagoge und Kommunikationswirt hat bereits in verschiedenen medienpädagogischen Einrichtungen als Berater gearbeitet. Sein Angebot bei OFFLINES richtet sich vor allem an Lehrkräfte und Eltern, die sich mit der digitalen Gamingkultur auseinandersetzen möchten.

Im Interview verrät er uns ein bisschen mehr über seine Arbeit, aber auch über seinen ganz persönlichen Umgang mit Smartphone & Co.

Aron Usener

 

Wann hast du das letzte Mal einen Tag vor der Spielkonsole verbracht und besitzt du selbst eine?
Einen ganzen Tag habe ich noch nie vor vor einer Spielkonsole verbracht, ich besitze selbst auch keine. Eine mehrstündige Zocksession hatte ich das letzte Mal bei dem Release des Spiels „The Elder Scrolls V: Skyrim“, also 2011.

Viele Spiele sind darauf angelegt, dass die Gamer etliche Stunden brauchen, um sie durchzuzocken. Ab welcher Zeitspanne des Spielens am Stück wird es bedenklich?
In meinen Augen ist die Zeitspanne ein schwieriger Masstab für Nachteile durch Games. Es hängt immer stark davon ab, wie der sonstige  Lebenswandel der Person ist. Für jemand, der keinerlei Sport macht, sich ungesund ernährt und noch eine chronische Erkrankung aufweist, gelten sicherlich andere Masstäbe als für einen sportlich aktiven, ernährungsbewussten und sonst gesunden Menschen.

Man kann es subjektiv gut finden oder auch nicht, wenn jemand seine Freizeit ausschließlich mit Zocken verbringt, solange sich für denjenigen keine Probleme ergeben und er damit glücklich ist, so ist das seine Entscheidung.

In Ländern wie Südkorea sind E-Sportler große Stars und die Wettbewerbe laufen live zur besten Sendezeit. Was hältst du davon und ist ähnliches auch hierzulande denkbar?
Ich finde das durchaus spannend und kann gut nachvollziehen das gerade die jüngere Generation eine hohe Begeisterung dafür aufbringt. Natürlich muss man nachvollziehen können was auf dem Bildschirm vor sich geht um das interessant zu finden, also auch was dort für eine Leistung von den E-Sportlern erbracht wird. Das ist aber bei den „analogen“Sportarten nicht anders. Ich kann mir das hier auch gut vorstellen, solange es das Interesse für die bestehenden Sportarten nicht verdrängt.

Was tust du, um nicht ständig mit dem Smartphone oder bei einer Runde Minesweeper zu prokrastinieren?
Die Frage ist schwer in wenigen Sätzen zu beantworten. Dennoch ein Versuch. Prokrastination, also Aufschiebeverhalten, betrifft ja nicht die Freizeit. Es geht dabei immer um das Aufschieben von wichtigen, noch unerledigten Aufgaben. Ich versuche nicht darüber nachzudenken, was ich alles abseits von der zu erledigenden, vielleicht auch ungeliebten Arbeit noch machen könnte. Möglichst wenig nachdenken, einfach machen!

Die heutige junge Elterngeneration ist selbst häufig mit Spielkonsolen groß geworden. Mit welchem Alter sollten Kinder frühestens einen Joypad in die Hand oder ihr eigenes Smartphone bekommen?
Das hängt in meinen Augen stark von der Entwicklung des Kindes ab. Pauschal möchte ich da keine Aussage machen. Ich persönlich sehe für mich keinen Bedarf, das Thema vor dem Alter anzugehen, in dem das Kind vermehrt alleine unterwegs ist. Das wird das Kind aber sicherlich anders sehen. Ich lasse ich mich gerne auf eine Gespräch ein, wenn das Kind schon vorher das Bedürfnis verspürt, ein eigenes Smartphone zu besitzen.

Zusammen, also als Familie, mal ein entwicklungsgerechtes Computerspiel zu spielen, sehe ich nicht als problematisch. Voraussetzung ist aber, dass es nur einen Teil von allen Aktivitäten des Kindes ausmacht und nicht das einzige ist, worum es geht.

Was sind deine größten Bedenken rund um das Thema Internet?
Zum einen die Abhängigkeit davon. Man muss sich einfach mal die Frage stellen, was passieren würde, wenn plötzlich das Internet nicht mehr verfügbar wäre. Die meisten kennen das wahrscheinlich in kleinem Rahmen, wenn zu Hause mal das Internet ausfällt.

Zum anderen finde ich die Inhalte, die über das Internet zu bekommen sind, zum Teil furchtbar. Auch die Transparenz unserer Daten und die Vermarktung derer halte ich für äußerst bedenklich.

Was machst du am liebsten offline?
Ich koche sehr gerne und liebe es, ein gutes Buch zu lesen. Ansonsten ist mir der Austausch mit Freunden sehr wichtig.

HIER geht es zum Vortragsangebot mit Aron.

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„Ich will fröhlich sein, wenn ich aufstehe“ – Bloggerin Linn über Kreativität und Leidenschaft

Wie soll man eigentlich auf die innere Stimme hören, wenn sie ständig übertönt wird vom ständigen medialen Grundrauschen um uns herum? Linn MacKenzie, eine Foodbloggerin aus dem schönen Hamburg, hat sich genau das gefragt. Ihre Konsequenz: Den sicheren Job über Bord werfen und sein eigenes Ding machen. Der richtige Schritt, denn heute ist sie entspannter und glücklicher denn je und damit eine Inspiration für uns.

OFFLINES hat die sympathische Hamburgerin zum Gespräch über Mut und Genuss getroffen. Und ja, vegane Kichererbsen-Patties zu probieren, ist Mut und Genuss zugleich. Es hat sich gelohnt: Sie waren total lecker! True Story.

 

Linn Mackenzie_Foto: Philipp Rathmer

Geschafft: Linn hat den Sprung in ein neues Leben gewagt

 

Du hast vorher vor allem redaktionell, als Reporterin und Sprecherin gearbeitet und dich irgendwann entschieden, dich auf deinen Blog Linns Love Food zu konzentrieren. Was war der Auslöser für diese Entscheidung? Was ist heute der größte Unterschied, wenn du morgens aufwachst?
Ich habe damals Vollzeit für einen angesehenen Radiosender gearbeitet. Doch nach
zwei Jahren bin ich an dem Punkt angekommen, an dem mir meine kreative Freiheit wichtiger war als ein renommierter Arbeitgeber. Das war für mich ein riesiger Schritt – schließlich hatte ich ja keine Ahnung, was mich tatsächlich erwarten würde. Ein Jahr habe ich mir dafür Zeit gegeben und dann losgelegt: Ich habe als Erstes alte Auftraggeber kontaktiert. Zusätzlich habe ich halbtags gejobbt. Als das gut lief, habe ich meinen Blog ins Leben gerufen und weitere Auftraggeber akquiriert. Nach insgesamt neun Monaten war klar, dass ich es auch ohne den Halbtagsjob schaffe. Seitdem arbeite ich wieder komplett freiberuflich und kann mir meine Arbeitszeiten meistens selber einteilen.

Wie es mir damit geht? Fantastisch! Ich bin gesünder und viel fröhlicher. Außerdem sind durch Linns Love Food viele langfristige Aufträge zustande gekommen, mit denen ich mich wirklich identifizieren kann. Ich mache das, was ich liebe und dafür bin ich sehr dankbar!

Einen sicheren Job an den Nagel zu hängen, seinen Traum zu verwirklichen, Zweifel zu überwinden erfordert viel Mut. Wo hast du diesen hergenommen?
Ich habe lange im Vorfeld darüber nachgedacht und mir überlegt, was das Schlimmste wäre, was passieren könnte. Das wäre die Arbeitslosigkeit gewesen. Ich war zu dem Zeitpunkt 27 und mir sicher, dass ich immer Arbeit finden werde. Also habe ich es einfach gemacht.

 

Vanille-Milchreis mit Apfel-Zimt-Kompott und Mandelkrokant_Quelle_Linn MacKenzie

Winterliches Yummy-Dessert: Milchreis mit Apfel-Zimt-Kompott und Mandelkrokant

 

Auf deinem Blog geht es um die Freude am Essen, um Genuss, um gesunde Ernährung. Wie schaffst du es, das Thema Essen, das ja ein sehr sinnliches ist, über das digitale Medium Internet erlebbar zu machen?
Alles worüber ich blogge, kommt von Herzen! Ob es Tipps, Rezepte, Texte oder Videos mit Hobbyköchen, über tolle Cafés oder Produzenten sind: Ich mache all das mit großer Leidenschaft. Da kommen die Sinnlichkeit und die Freude ganz von selbst. Außerdem bin ich eine echte Perfektionistin und arbeite so lange an meinen Texten und Videos, bis ich sie ideal finde. Das ist eine ganz gute Kombination.

Bloggerin, Radiomoderatorin, Synchronsprecherin, Autorin, Redakteurin: Als Multitalent tanzt du auf vielen Hochzeiten. Wie kannst du abschalten?
Ich meditiere jeden morgen und mache viel Sport, aber so richtig schalte ich nie ab. Ich fotografiere ständig Essen und alles Mögliche, was mich inspiriert. Die Ideen dafür, was meine Leser und Zuschauer interessieren könnte, kommen durch das, was ich erlebe und fühle. Das sind ja alles kreative Prozesse, die einfach zu mir kommen, wenn sie Lust dazu haben. So gesehen habe ich nie im klassischen Sinne Feierabend. Aber dadurch, dass ich auch keinen klassischen Arbeitsalltag habe, ergänzt sich das sehr gut.

Ich wurde heute gefragt, wo ich denn in den Sommerurlaub hinfahren würde. Als ich sagte, dass der dieses Jahr ausfällt, wurde ich schief angesehen. Das bin ich gewöhnt, weil ich aufgrund meines Lebensentwurfs ständig schief angesehen werde. Aber: Ich lebe nicht, um Urlaub zu machen. Ich lebe dafür, um jeden Tag zu leben. Ihn mir so zu gestalten, wie es mir gut tut und nicht so, wie es gesellschaftlich anerkannt ist. Ich will fröhlich sein, wenn ich aufstehe – und nicht (wie in der Vergangenheit) schon Freitag schlechte Laune bekommen, weil ich Montag wieder arbeiten muss.

 

Die Hamburgerin hat heute zu einem erfüllteren Leben gefunden

Die Hamburgerin hat heute zu einem erfüllteren Leben gefunden

 

OFFLINES steht für einen bewussteren Umgang mit digitalen Medien. Was sind deine Digital Detox-Strategien?
Nicht alles digital zu machen. Ich schreibe ich meine Notizen handschriftlich in ein kleines Buch, das ich immer dabei habe. Außerdem benutze ich seit 2014 einen richtigen Kalender, arbeite immer mit meinem Synonym-Duden und nicht mit Google. Und ich versuche, nicht ständig grundlos im Internet zu surfen oder die Zeit auf Facebook zu verschwenden. Letzteres ist ehrlich gesagt jedes Mal aufs Neue eine große Herausforderung.

Was würdest du Menschen raten, denen es schwer fällt, abzuschalten und zur Ruhe zu kommen?
Ich würde ihnen raten, sich 3 Fragen zu stellen:
1. Frag dich, warum du nicht abschalten kannst.
2. Frag dich, ob es das wert ist, diesen Job weiterhin zu machen/dich diesem Stress auszusetzen.
3. Frag dich, was dir mehr Freude bereitet als das, was dich nicht zur Ruhe kommen lässt und mach es.

Was sind deine Wünsche fürs neue Jahr? Wo soll die Reise hingehen?
Auch auf die Gefahr hin, dass ich klinge wie meine Oma: Natürlich wünsche ich mir, dass wir alle gesund und munter bleiben. Und für mich wünsche ich mir, dass ich auch weiterhin beruflich und privat das machen kann, was ich liebe, mutig und kreativ bleibe, meiner Intuition folge. Ich freue mich, wenn ich mit Linns Love Food auch in Zukunft viele Menschen erreiche und sie zu einem gesünderen Leben inspiriere – und zwar in jeder Hinsicht.

 

Linns vegane Kichererbsen-Patties mit Tomatensalat und Kristallsalz

Linns vegane Kichererbsen-Patties mit Tomatensalat und Kristallsalz

 

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„Arbeiten mit Holz hat etwas Meditatives“ – Werkstattbesuch bei Eva Wimmer

Den ganzen Tag vorm flimmernden PC-Screen sitzen, das überquellende Postfach im Blick, den Telefonhörer am Ohr und das nächste Projekt im Kopf? Und das jeden Tag? Nichts für Eva Wimmer. Die ehemalige PR-Beraterin hat Nägel mit Köpfen gemacht und 2013 den Schritt in die Selbständigkeit als Holzdesignerin gewagt.

Mitten im trubeligen Kreuzberg, versteckt in einem Hinterhof, kann man auf kleine und große Schätze stoßen. Schmuck, Nachttische, Plattenkisten – alles aus Holz und alles mit Fotografien zu ganz besonderen Unikaten veredelt.

Eva hat OFFLINES in die Werkstatt eingeladen, in der sie die schönen Stücke fertigt, die sie unter dem Label madeva vertreibt. Das erste, was auffällt, ist die große Ruhe, die über dem Arbeitsplatz liegt. Die Kollegen, mit denen sie sich die Werkstatt teilt, sind gerade nicht da und so haben wir Gelegenheit, ganz entspannt über madeva, Marathonlauf und ihre ganz persönlichen Digital Detox-Tipps zu plaudern.

Mutig sein macht glücklich: Eva an ihrem neuen Arbeitsplatz in einer Kreuzberger Werkstatt.

Mutig sein macht glücklich: Eva an ihrem neuen Arbeitsplatz in einer Kreuzberger Werkstatt.

Du bist Holzdesignerin. Das klingt spannend. Was bedeutet dieser Begriff eigentlich?
Im Prinzip habe ich mir diese Berufsbezeichnung ausgedacht, weil ich eine Antwort auf die Frage „Was machst du jetzt eigentlich?“ haben wollte. Der Begriff soll umfassen, dass ich logischerweise mit Holz arbeite, „Gegenstände“ (Schmuck, Bilder, Möbel usw.) daraus produziere, und diese mit Fotografien verschönere.

Du hast vorher in der PR-Branche gearbeitet und dich irgendwann entschieden, komplett umzusatteln. Was war der Auslöser für diese Entscheidung?
Auslöser war meine große Unzufriedenheit darüber, dass ich nach einem üblichen 8-Stunden-Arbeitstag meine Arbeit nicht fassen konnte. Ich konnte nichts in den Händen halten, nicht sehen, was ich da eigentlich den ganzen Tag über gemacht hatte. Das hat in mir Frust ausgelöst und mir klar gemacht, dass ich beruflich nur dann glücklich werden kann, wenn ich etwas Greifbares schaffe.

Wie bist du in der Werkstatt gelandet?
Kurz vor meiner Kündigung habe ich mir eine Galerie mit wunderschönen Möbeln angeschaut und deren Besitzer kennen gelernt. Ich habe ihm von meinem Vorhaben erzählt und kurze Zeit darauf eine Mail geschrieben und gefragt, ob er mich nicht ein wenig briefen könne. Gesagt getan, und schließlich durfte ich in seine Werkstatt einziehen.

Raus aus dem Wintertief mit einer ordentlichen Portion Neonpink!

Raus aus dem Wintertief mit einer ordentlichen Portion Neonpink!

Was ist der größte Unterschied zu deinem vorherigen Bürojob?
Dass ich meine Arbeitszeiten frei gestalten und einteilen kann!

Den sicheren Job an den Nagel zu hängen, um seinen Traum zu verwirklichen, erfordert viel Mut. Wo hast du diesen hergenommen?
Den habe ich von meiner Mutter. Ich habe ihr lange mit meinen beruflichen Träumen in den Ohren gelegen, bis sie mir gesagt hat: „Kind, hör auf zu reden, mach es!“ Diese Worte von meiner Mutter haben mir die nötige Kraft gegeben.

Als selbständige Unternehmerin muss man eigentlich jederzeit erreichbar sein für Anfragen und Aufträge. Wie kannst du abschalten?
Ich habe Glück und kann sogar während der Arbeit abschalten. Das Arbeiten mit Holz hat etwas Meditatives. Aber wenn es mir in dem Zusammenhang nicht gelingt, dann mache ich mein Handy aus, checke keine Mails und nehme keine Anrufe entgegen. Dafür habe ich mich ja unter anderem auch selbstständig gemacht: Dass ich frei über meine Verfügbarkeit entscheiden kann.

Digital Detox an der Schleifmaschine: Beim Arbeiten mit Holz kann Eva abschalten.

Digital Detox an der Schleifmaschine: Beim Arbeiten mit Holz kann Eva abschalten.

OFFLINES steht für einen bewussteren Umgang mit digitalen Medien. Was sind deine Digital Detox-Strategien?
Meine wichtigste und erfolgreichste Strategie ist wohl der Sport. Ich gehe joggen, da habe ich Zeit, runter zu kommen und über mich nachzudenken. Oder ich fahre in die Natur. Ich liebe es, in der Natur zu sein. Auch da habe ich das Gefühl, nicht erreichbar zu sein.

Was würdest du Menschen raten, denen es schwer fällt, abzuschalten und zur Ruhe zu kommen?
Ich würde ihnen vorschlagen, Erreichbarkeits-Zeiten festzulegen. Ab 18 Uhr checke ich zum Beispiel keine Mails mehr, blende Facebook aus und gehe auch nicht mehr ans Telefon. Bücher lesen, raus gehen, Sport machen! Ich bin mir sicher, dass alles ab 18 Uhr nicht so dringend sein kann, dass es nicht auch auf den nächsten Tag verschoben werden könnte.

Was sind deine Wünsche fürs neue Jahr? Wo soll die Reise hingehen?
Ich möchte meinen ersten Marathon im September schaffen und natürlich für madeva viele weitere Produkte entwickeln und meinen Vertrieb deutschlandweit ausbreiten. Das sind, glaube ich, ausreichend herausfordernde Ziele, deswegen nenne ich erst mal keine anderen. Step by step!

 

Mit Evas Nachttischen kann man sich morgens mit der schönsten Urlaubserinnerung wecken lassen oder mit einem Farbknall.

Evas Nachttische wecken morgens mit der schönsten Urlaubserinnerung oder mit einem Farbknall.

 

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Offlines_Head„Arbeiten mit Holz hat etwas Meditatives“ – Werkstattbesuch bei Eva Wimmer

„Eine kleine Zauberei!“ – Infoabend Digital Detox im ORY Berlin

„Wie wird das Wetter?“ „Es bleibt kalt!“ Viele solcher brennenden Fragen wurden auf unserem Infoabend zum Thema Digital Detox im ORY beantwortet. Und das alles ohne Internet und Suchmaschinen, denn Smartphones mussten abgegeben werden. Die „Human Google Search“ auf einer Korkpinnwand war eines der kleinen analogen Abenteuer, die die Besucher des Events erleben konnten.

Christopher und Annika vom OFFLINES-Team führten zunächst ins Thema „Digital Detox“ ein und gaben einen Überblick über aktuelle Zahlen und Forschungsergebnisse zu exzessiver Mediennutzung und deren Auswirkung. Anschließend wurde sich in entspannter Atmosphäre angeregt ausgetauscht über das eigene Medienverhalten, Fragen zur Datensicherheit und die Gefahren von Google Glass.

Ein Highlight des gemütlichen Abends waren die frischgepressten ORY-Powersäfte. Geschäftsführerin Sophie hatte eine Juice-Ampel aus Grapefruit-Kürbis-, Spinat-Weizengras- und Rote-Bete-Apfel-Shots. Dazu gab es Probierhäppchen vom Lebkuchen und leckere Haselnusscreme, alles vegan, gluten- und zuckerfrei.

Außerdem konnten sich Interessierte am Tippen auf einer alten Schreibmaschine versuchen und gemeinsam eine Überraschungsgeschichte entwickeln, verschiedene Oberflächenstrukturen auf einem analogen Touchscreen entdecken und Selfies mit der Polaroid-Kamera schießen. „Es ist total spannend, auf das entwickelte Bild zu warten. Wie eine kleine Zauberei!“, lachte einer der Teilnehmer.

Und wer sich immer schon mal gefragt hat, was Bert von der Sesamstraße mit dem Thema Digital Detox am Hut hat, der kann das hier herausfinden: https://www.youtube.com/watch?v=xtvPlFty1rE.

 

Infoabend Digital Detox im ORY Berlin

Infoabend Digital Detox im ORY Berlin

 

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Wie schmecken eigentlich zuckerfreie Low Carb-Cupcakes?

Berlins Mitte hat sympathischen Zuwachs bekommen. Leckere bunte Power-Smoothies, ein großer Holztisch, der zum Verweilen und Austauschen einlädt und eine Theke voller gesunder Naschereien. Wir haben bei unserem Besuch im ORY die zuckerfreien, veganen Himbeer-Cupcakes probiert und sie schmecken köstlich!

ORY ist der erste Concept Store für Natural Health & Detox und steht für Stärkung und Entgiftung von Körper und Geist auf ganzheitlicher Ebene.

Der Showroom mit integrierter Food & Juice Bar beinhaltet ein vielseitiges Angebot an Gesundheitsprodukten im Bereich Superfoods, Detox-Aromakunde, Nahrungsergänzungsmittel u.v.m. Sinnlicher Mittelpunkt ist die Ory Food & Juice-Bar, mit täglich frisch zubereiteten Detox-Säften, Smoothies, Salaten, Sandwiches und süßen Überraschungen – vegan oder veggie und frei von Zucker, Gluten und Laktose. Darüber hinaus bietet Ory ein breites Workshop- und Kur-Programm rund um Detox und ganzheitliche Ernährung.

Mehr Infos unter www.ory-berlin.de.

 

Theke

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Erster Workshop „Digitale Balance“ in Hamburg

Mit strahlendem Sonnenschein empfing die Hansestadt das OFFLINES-Team zum Workshop „Digitale Balance“. Die Teilnehmer trafen sich im Wälderhaus, einer kleinen Oase im geschäftigen Hamburg. Das Thema Wald und Holz zieht sich durch das komplette Innere der schönen Location, die einen perfekten Rahmen für unser Digital Detox bot.

Im Workshop erarbeiteten die Teilnehmer gemeinsam mit Digital-Coach Jannis Wlachojiannis Strategien für einen selbstbestimmten und bewussten Umgang mit digitalen Geräten. Interessant war dabei die vor allem die Reflexion des eigenen Medienkonsums. „Ich habe den guten Vorsatz aus dem Seminar mitgenommen, künftig nicht immer sofort zum Smartphone zu greifen.“, so eine der Teilnehmerinnen.

Eines der Highlights war die Offline-Einheit am Mittag mit Hannes Arendholz. Der charismatische Jungkoch bereitete mit den Teilnehmern einen vegetarischen Lunch zu, plauderte dabei aus dem Nähkästchen und erbrachte den Beweis, dass man aus den einfachen Zutaten Ei, Spinat, Zitrone, Olivenöl und Salz in Windeseile einen leckeren Snack zubereiten kann, der jede fettige Currywurst in den Schatten stellt.

Allen, die mehr über junge und stylishe vegetarische Küche erfahren wollen, sei die Homepage des Projekts Veggie-TV ans Herz gelegt: http://veggie-tv.de/.

Workshop "Digitale Balance" in Hamburg

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Offlines_HeadErster Workshop „Digitale Balance“ in Hamburg

Im Fuchsgang durch das Unterholz – Digital Detox im Herbstwald

Wie schmeckt eigentlich Vogelmiere? Wie schleicht sich ein Fuchs an die Beute heran? Und was ist das überhaupt für ein Baum?

Alle Antworten auf diese und weitere spannende Fragen haben sich die Teilnehmer unseres One Day Offs „Into the Wild“ nicht ergooglet, sondern gemeinsam mit Wildnis-Coach Bastian Barucker im Wald gesucht.

Im herbstlichen Blankenfelder Forst traf sich die Gruppe zum gemeinsamen Hinhören, Durchatmen und Auftanken. Auf den Einsatz von Smartphones, Tablets und Digitalkameras wurde dabei ganz bewusst verzichtet. Da der Tag ganz im Zeichen von Digital Detox stand, sind natürlich auch die Fotos auf analogem Wege entstanden, mit einer schönen alten Polaroid-Kamera.

Einhellige Meinung nach dem Workshop: „Inspirierend und sehr verbindend.“

Zum nächsten Digital Detox-Event von OFFLINES geht’s hier: www.offlines.net

 

OFFLINES_One-Day-OFF_Into-the-Wild.

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