„Möglichst wenig nachdenken, einfach machen!“ – Aron Usener, Coach bei OFFLINES

Wer sind eigentlich die ganzen Köpfe hinter OFFLINES? An dieser Stelle möchten wir euch zukünftig regelmäßig Leute aus unserem großartigen Team vorstellen. Den Anfang macht Aron Usener. Der Sozialpädagoge und Kommunikationswirt hat bereits in verschiedenen medienpädagogischen Einrichtungen als Berater gearbeitet. Sein Angebot bei OFFLINES richtet sich vor allem an Lehrkräfte und Eltern, die sich mit der digitalen Gamingkultur auseinandersetzen möchten.

Im Interview verrät er uns ein bisschen mehr über seine Arbeit, aber auch über seinen ganz persönlichen Umgang mit Smartphone & Co.

Aron Usener

 

Wann hast du das letzte Mal einen Tag vor der Spielkonsole verbracht und besitzt du selbst eine?
Einen ganzen Tag habe ich noch nie vor vor einer Spielkonsole verbracht, ich besitze selbst auch keine. Eine mehrstündige Zocksession hatte ich das letzte Mal bei dem Release des Spiels „The Elder Scrolls V: Skyrim“, also 2011.

Viele Spiele sind darauf angelegt, dass die Gamer etliche Stunden brauchen, um sie durchzuzocken. Ab welcher Zeitspanne des Spielens am Stück wird es bedenklich?
In meinen Augen ist die Zeitspanne ein schwieriger Masstab für Nachteile durch Games. Es hängt immer stark davon ab, wie der sonstige  Lebenswandel der Person ist. Für jemand, der keinerlei Sport macht, sich ungesund ernährt und noch eine chronische Erkrankung aufweist, gelten sicherlich andere Masstäbe als für einen sportlich aktiven, ernährungsbewussten und sonst gesunden Menschen.

Man kann es subjektiv gut finden oder auch nicht, wenn jemand seine Freizeit ausschließlich mit Zocken verbringt, solange sich für denjenigen keine Probleme ergeben und er damit glücklich ist, so ist das seine Entscheidung.

In Ländern wie Südkorea sind E-Sportler große Stars und die Wettbewerbe laufen live zur besten Sendezeit. Was hältst du davon und ist ähnliches auch hierzulande denkbar?
Ich finde das durchaus spannend und kann gut nachvollziehen das gerade die jüngere Generation eine hohe Begeisterung dafür aufbringt. Natürlich muss man nachvollziehen können was auf dem Bildschirm vor sich geht um das interessant zu finden, also auch was dort für eine Leistung von den E-Sportlern erbracht wird. Das ist aber bei den „analogen“Sportarten nicht anders. Ich kann mir das hier auch gut vorstellen, solange es das Interesse für die bestehenden Sportarten nicht verdrängt.

Was tust du, um nicht ständig mit dem Smartphone oder bei einer Runde Minesweeper zu prokrastinieren?
Die Frage ist schwer in wenigen Sätzen zu beantworten. Dennoch ein Versuch. Prokrastination, also Aufschiebeverhalten, betrifft ja nicht die Freizeit. Es geht dabei immer um das Aufschieben von wichtigen, noch unerledigten Aufgaben. Ich versuche nicht darüber nachzudenken, was ich alles abseits von der zu erledigenden, vielleicht auch ungeliebten Arbeit noch machen könnte. Möglichst wenig nachdenken, einfach machen!

Die heutige junge Elterngeneration ist selbst häufig mit Spielkonsolen groß geworden. Mit welchem Alter sollten Kinder frühestens einen Joypad in die Hand oder ihr eigenes Smartphone bekommen?
Das hängt in meinen Augen stark von der Entwicklung des Kindes ab. Pauschal möchte ich da keine Aussage machen. Ich persönlich sehe für mich keinen Bedarf, das Thema vor dem Alter anzugehen, in dem das Kind vermehrt alleine unterwegs ist. Das wird das Kind aber sicherlich anders sehen. Ich lasse ich mich gerne auf eine Gespräch ein, wenn das Kind schon vorher das Bedürfnis verspürt, ein eigenes Smartphone zu besitzen.

Zusammen, also als Familie, mal ein entwicklungsgerechtes Computerspiel zu spielen, sehe ich nicht als problematisch. Voraussetzung ist aber, dass es nur einen Teil von allen Aktivitäten des Kindes ausmacht und nicht das einzige ist, worum es geht.

Was sind deine größten Bedenken rund um das Thema Internet?
Zum einen die Abhängigkeit davon. Man muss sich einfach mal die Frage stellen, was passieren würde, wenn plötzlich das Internet nicht mehr verfügbar wäre. Die meisten kennen das wahrscheinlich in kleinem Rahmen, wenn zu Hause mal das Internet ausfällt.

Zum anderen finde ich die Inhalte, die über das Internet zu bekommen sind, zum Teil furchtbar. Auch die Transparenz unserer Daten und die Vermarktung derer halte ich für äußerst bedenklich.

Was machst du am liebsten offline?
Ich koche sehr gerne und liebe es, ein gutes Buch zu lesen. Ansonsten ist mir der Austausch mit Freunden sehr wichtig.

HIER geht es zum Vortragsangebot mit Aron.

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